Fünf Gründe für die Verwendung eines Stativs für gelungene Vogelaufnahmenhy
von Tim Laman
In der sich ständig wandelnden Welt der Fotografie wird oft darüber diskutiert, welches Zubehör unerlässlich ist. Eine Sache, die ich immer unglaublich nützlich fand, ist das Stativ. Als Biologe und Tierfotograf kann ich die Bedeutung eines Stativs nur bestätigen, vor allem wenn es darum geht, die Schönheit von Vögeln einzufangen.
Hier sind die fünf wichtigsten Gründe, warum ich finde, dass mir mit einem Stativ wesentlich bessere kreative Vogelaufnahmen gelingen.
1. Sie sind bereit, die Tiere in Aktion einzufangen.
Wie lange können Sie Ihre Kamera vor Ihrem Auge halten? Und finden Sie den perfekten Bildausschnitt oder wackelt der Bildrahmen? Es gibt so viele Situationen in der Vogelfotografie, in denen ich auf den richtigen Moment warte. Wenn meine Kamera und mein Objektiv stabil auf einem Stativ stehen, kann ich sofort reagieren und habe bessere Chancen, den entscheidenden Moment einzufangen. Außerdem kann ich so genau auf den Bildausschnitt der Aufnahme achten.


2. Sie vermeiden plötzliche Bewegungen, die die Vögel aufschrecken könnten.
Wenn Sie einen Vogel im Anflug sehen und plötzlich die Kamera heben, um zu fotografieren, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass Sie den Vogel verschrecken. Damit verlieren Sie nicht nur die Chance auf die gewünschte Aufnahme, sondern stören auch die Tiere, wenn Sie beispielsweise in der Nähe eines Nestes warten und den Vogel verscheuchen.


Das obige Foto eines Goldschultersittichs im Landeanflug auf sein Nest in Australien ist ein perfektes Beispiel dafür. In einem Versteck habe ich darauf gewartet, dass dieser Vogel in seine Nisthöhle im Termitenhügel zurückkehrt. Der Goldschultersittich ist eine vom Aussterben bedrohte Art. Ich arbeitete eng mit einer Naturschutzorganisation zusammen, die mir Zugang zu dem Gebiet gewährte und mir sagte, wie nahe ich an das Nest herankommen durfte, ohne es zu stören. Um den Vogel beim Anflug nicht zu verschrecken, war es wichtig, meine Kamera mit dem Objektiv auf dem Stativ zu befestigen und sie so wenig wie möglich zu bewegen. Und wie beim ersten Bild oben konnte ich dank des Stativs meinen präzisen Bildausschnitt beibehalten, während ich auf die Ankunft des Vogels wartete.
3. Fliegende Vögel lassen sich so besser verfolgen.
Was ist mit Vögeln, die sich im Flug befinden? Lassen sich diese Aufnahmen nicht einfach mit der Kamera in der Hand einfangen? Möglich ist das schon, und ich mache das auch so, wenn ich mich viel bewegen muss. Ich habe jedoch festgestellt, dass ich fliegende Vögel viel besser verfolgen kann, wenn mein 400-mm- oder längeres Objektiv auf einem Stativ mit Gimbal-Kopf befestigt ist – insbesondere wenn der Vogel auf Augenhöhe oder leicht unter mir fliegt. Dann habe ich eine bessere Chance, das Tier im Bild und die Autofokuspunkte auf dem Vogel zu halten, damit der Fokus nachgeführt wird.


Diese Aufnahme eines Scharlacharas, der von einem Baum in Mexiko abhebt, ist ein perfektes Beispiel für eine solche Situation. Ich befand mich auf einem Aussichtsturm und blickte leicht nach unten auf einen Baum, in dem sich mehrere Aras versammelt hatten. Als sie abhoben, konnte ich sie verfolgen und mit meinem 400-mm-Objektiv und dem Gimbal-Kopf auf meinem Stativ schöne Flugaufnahmen machen.
4. Sie können auch bei schlechtem Wetter Aufnahmen machen.
Manche Fotografen packen zusammen, sobald es anfängt zu regnen oder zu schneien, aber für mich stellen Schlechtwetterbedingungen Chancen auf interessante und einzigartige Fotomotive dar, deshalb fotografiere ich gerne weiter. Ich schütze mein Objektiv und meine Kamera mit einer Regenhaube, und ich habe gelernt, dass es hilfreich ist, meine Kamera und mein Objektiv auf einem Stativ zu befestigen (wie auf dem Bild unten), um Regen und Schnee vom Sucher und vom Objektiv fernzuhalten. Mit der Hand ist es sehr schwierig, die Kamera immer waagerecht zu halten, und der Sucher wird oft feucht.


Ich habe diese Schwarzkopfmeise im Schneegestöber in meinem Garten fotografiert, als sie zwischen den Ästen in der Nähe meines Vogelhäuschens hin- und herhüpfte. Ihr Gefieder ist zum Schutz vor der Kälte aufgeplustert, und die Schneeflocken in der Luft und auf dem Ast, auf dem sie landet, verleihen dem Bild viel Atmosphäre.
5. Sie können kreativ mit langen Verschlusszeiten experimentieren.
Zum Schluss kommen wir zum klassischen Verwendungszweck von Stativen: dem Stillhalten der Kamera bei einer Langzeitbelichtung. Die meisten Leute denken, dass Stative nur dafür da sind, besonders in der Landschaftsfotografie. Wenn ein Vogel stillhält, können Sie – selbst bei sehr schwachem Licht – mit einem Stativ längere Belichtungen machen und erhalten trotzdem scharfe Bilder. Es lohnt sich also, für solche Situationen ein Stativ zur Hand zu haben. Aber in der Vogelfotografie lässt sich auch mit anderen kreativen Einstellungen experimentieren, zum Beispiel das Schwenken mit fliegenden Vögeln mit langen Verschlusszeiten. Bei der Aufnahme dieses Braunpelikans habe ich zum Beispiel eine Verschlusszeit von 1/30 s verwendet.


Der Schlüssel zu einem gelungenen Bild dieser Art ist, die Kamera mit dem fliegenden Vogel in der gleichen Geschwindigkeit mitzuschwenken, damit das Auge des Vogels scharf abgebildet wird. Damit dies gelingt, müssen Sie nicht nur mit der richtigen Geschwindigkeit schwenken, sondern auch jede Auf- und Abwärtsbewegung vermeiden, durch die das Auge unscharf werden würde. Hier macht ein Stativ einen enormen Unterschied. Durch die Stabilität des Stativs wird die Auf- und Abbewegung beim Verfolgen des fliegenden Vogels stark vermindert, was die Chance auf einen gelungenen Shot deutlich erhöht.
Tims Ausrüstung
Um das Beste aus Ihren Expeditionen in die Tierwelt herauszuholen, ist die Wahl der perfekten Ausrüstung entscheidend.
Tim bietet nun zwei Online-Kurse an – für Gitzo-Fans mit Sonderrabatt. Geben Sie beim Bezahlvorgang einfach den Code „Gitzo“ ein und Sie erhalten 15 % Rabatt auf einen oder beide Kurse.
Kurs 1: „Birds, Camera, Action“: Dieser Kurs richtet sich an Anfänger und fortgeschrittene Fotografen, die ihre Kameraeinstellungen für die Action-Fotografie nach Tim Lamans Ansatz meistern wollen.
Kurs 2: .„Getting Creative“: Wenn Sie Ihre Kameraeinstellungen beherrschen und bereit sind, bei der Vogelfotografie kreativer zu werden, sollten Sie sich diesen Kurs nicht entgehen lassen.
Über Tim Laman
Tim Laman ist Feldbiologe und Fotojournalist für Wildtiere. Tim ging 1987 zum ersten Mal nach Borneo und seine bahnbrechenden Forschungen im Regenwald führten zu einem Doktortitel in Harvard und 1997 zu seinem ersten Artikel im National Geographic. Seiner Leidenschaft für die Erkundung unberührter Natur geht er regelmäßig als freier Mitarbeiter der Zeitschrift „National Geographic“ nach, in der er mittlerweile 23 Artikel veröffentlicht hat.


