Wasserfallfotografie
Eine Gitzo-Story von Aurelie Gonin
Kaum ein Element führt uns die Kraft und Schönheit der Natur so deutlich vor Augen wie Wasser. Besonders imposante Landschaften entstehen, wenn Flüsse in Kaskaden über Felskanten stürzen. Beim Fotografieren von Wasserfällen sollten Sie also die Bewegung des Wassers hervorheben. Hier bietet es sich an, mit der Belichtungszeit zu spielen.
Nimmt man einen Wasserfall mit sehr hoher Geschwindigkeit auf, etwa 1/1.000 Sekunde, lassen sich einzelne Wassertropfen quasi „im Flug“ festhalten. Bei deutlich reduzierten Geschwindigkeiten, lässt sich dagegen der Weg des Wassers nachzeichnen, dessen Bewegungen und Wirbel dann sichtbar werden. Dies verstärkt im Allgemeinen die Wirkung.


Voraussetzung dafür sind zwei Zubehörteile: ein Stativ, damit langsame Aufnahmen nicht verwackeln, und ein Neutralfilter, damit man den Sensor länger belichten kann, ohne das Bild überzubelichten. Selbst wenn man die ISO-Empfindlichkeit auf das Maximum einstellt (oft ISO 64 oder 100), und die Membran so weit wie möglich schließt (auf einen Wert von 16 oder 32), kommt es bei niedrigen Geschwindigkeiten nahe einer Sekunde zu überbelichteten Fotos, da sich Wasserfälle im Freien in sehr hellen Umgebungen befinden.
Mit einem Neutralfilter (ND32 oder ND64) können Sie die Lichtmenge, die in das Objektiv gelangt, reduzieren und längere Verschlusszeiten erreichen. Natürlich sind für den perfekten visuellen Eindruck manuelle Einstellungen erforderlich.




Wir wählen oft Geschwindigkeiten von etwa einer oder zwei Sekunden, die die Wassertropfen als gleichmäßigen Strom erscheinen lassen. Manchmal ist es jedoch besser, eine halbe Sekunde zu wählen, um interessante Verwirbelungen klarer herauszustellen. Dies hängt von der Lage, dem Wasserverlauf und dem Relief des Wasserfalls ab. Für den optimalen Effekt, der den Wasserfall am besten zur Geltung bringt, empfiehlt es sich, mit verschiedenen Geschwindigkeiten zu experimentieren.
Die Digitalfotografie hat den Vorteil, dass Sie beliebig viele Fotos machen können und das Ergebnis sofort im Sucher oder auf dem Bildschirm sehen. Das Wasser ändert ständig seinen Lauf, und selbst mit den gleichen Einstellungen lassen sich ganz verschiedene Effekte erzielen. Es lohnt sich also, sehr viele Fotos aufzunehmen.
Dank des Stativs können Sie auch sich selbst ins Bild setzen, um Betrachtern eine Vorstellung der räumlichen Dimensionen zu vermitteln. Verwenden Sie dafür einfach den Timer oder Zeitraffer. Die einzige Schwierigkeit ist, dass Sie während der gesamten Aufnahme still stehen müssen.
Island ist für seine eindrucksvollen Vulkanlandschaften und zahlreichen Wasserfälle berühmt. Ich wollte dort mit leichtem Gepäck viele spannende Foto-Locations bereisen und nahm daher eine Nikon Z8 mit dem vielseitigen S f/4-Objektiv (24–120 mm)mit. Auf das Objektiv setzte ich einen ND32-Filter und befestigte dann das Ganze auf dem Traveler-Kugelkopfstativ der Serie 1. So leicht und kompakt ließ sich alles problemlos mit auf Reisen nehmen. Damit war ich perfekt ausgerüstet, die herbschönen Landschaften Islands zu fotografieren – als Hommage an die Anmut des Wassers und der Natur.
Aurelies Ausrüstung
Um das Beste aus Ihren Naturfotografie-Expeditionen herauszuholen, ist die Wahl der perfekten Ausrüstung von entscheidender Bedeutung.
